Was ist Therapie & Wohnen?
Therapie, die im Alltag stattfindet.
Therapeutische Wohngruppen verbinden das Beste aus zwei Welten: den strukturierten Schutzrahmen der stationären Jugendhilfe mit der Tiefe therapeutischer Arbeit. Jugendliche leben hier nicht neben ihrer Therapie - sie leben in ihr.
Jeder gemeinsame Abend, jedes gelöste Konfliktgespräch, jeder überwundene schwierige Morgen ist therapeutisch wirksam - weil echte Beziehung der stärkste Wirkfaktor ist, den die Forschung kennt.
Unser Team aus Therapeuten, Pädagogen und Bezugsbetreuern arbeitet nach einem gemeinsamen Verständnis: traumasensibel, ressourcenorientiert und immer mit dem Jugendlichen - nicht über seinen Kopf hinweg.
Kleines Gruppenformat: 4-6 Jugendliche pro Gruppe
Approbierte Therapeuten als festes Teammitglied
Wöchentliche Einzel- und Gruppentherapie
24/7 Betreuung durch Bezugsfachkräfte
Traumasensible Alltagsgestaltung nach Konzept
Schulbegleitung und individuelle Bildungsförderung
Aktive Eltern- und Familienarbeit
Vorbereitung auf Verselbständigung von Anfang an
Wann wir helfen
Indikationen für Therapie & Wohnen
Therapie & Wohnen ist die richtige Hilfe, wenn ambulante Maßnahmen nicht mehr ausreichen und ein stabiler therapeutischer Lebensrahmen gebraucht wird.
Komplexe Trauma-Folgestörungen
Jugendliche mit PTBS, komplexen Traumatisierungen durch Misshandlung, Vernachlässigung oder wiederholte Gewalterfahrungen, die ambulante Hilfen überschreiten.
Psychische Erkrankungen
Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsentwicklungsstörungen oder andere psychiatrische Diagnosen, die eine therapeutisch gestützte Wohnumgebung erfordern.
Verhaltensauffälligkeiten
Externalisierendes Verhalten, Schulverweigerung, selbstverletzendes Verhalten, dissoziales Auftreten - wenn herkömmliche Hilfen nicht mehr greifen.
Schwerwiegende familiäre Belastungen
Zerbrochene Familiensysteme, elterliche Erkrankungen, Sucht, Gewalt oder Vernachlässigung als Ursache des Hilfebedarfs.
Gescheiterte Vorgängerhilfen
Jugendliche, die in anderen Einrichtungen, Pflegefamilien oder Wohngruppen nicht gehalten werden konnten und eine intensivere, therapeutischere Umgebung benötigen.
Übergang Klinik → Jugendhilfe
Nach stationär-psychiatrischen Aufenthalten als stabilisierende Anschlussversorgung - strukturiert, therapeutisch begleitet und alltagsnah.
Unser Leistungsangebot
Was wir für Jugendliche leisten
Therapeutisch geleitete Wohngruppe
Kleine Gruppen mit 4-6 Jugendlichen. Klarer Strukturrahmen, verlässliche Bezugspersonen und ein therapeutisch gestalteter Alltag als Grundlage jeder Veränderung.
Intensive Bezugsbetreuung
Jeder Jugendliche hat eine feste Bezugsfachkraft, die ihn durch den gesamten Hilfeprozess begleitet. Kontinuität als therapeutisches Kernelement.
Einzel- und Gruppentherapie
Wöchentliche Einzeltherapie mit ausgebildeten Therapeuten. Ergänzt durch Gruppentherapieangebote zu Themen wie Emotionsregulation, soziale Kompetenz und Traumaverarbeitung.
Traumasensible Alltagsgestaltung
Der gesamte Alltag - von der Morgenroutine bis zum Abendgespräch - wird nach traumapädagogischen Prinzipien gestaltet: Vorhersehbarkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit.
Schulbegleitung & Bildungsförderung
Enge Kooperation mit Schulen, individuelle Lernbegleitung und Förderung. Schulische Entwicklung als Teil des Gesamthilfeplans.
Familienarbeit & Elterngespräche
Eltern sind kein Gegenüber - sie sind Teil des Hilfesystems. Wir führen regelmäßige Familiengespräche, begleiten Besuchskontakte und arbeiten an Beziehungsklärung.
Freizeitpädagogik & Erlebnisangebote
Gemeinsame Aktivitäten, Sport, kreative Angebote und Ausflüge - Freizeit als Raum für soziales Lernen, Selbstvertrauen und positive Erfahrungen.
Alltagskompetenz & Verselbständigung
Kochen, Haushalt, Finanzen, Behördengänge - gezielte Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben als Teil jeder Hilfeplanung.
Psychiatrische Kooperation & Medikation
Enge Zusammenarbeit mit kooperierenden Kinder- und Jugendpsychiatern. Medikamentöse Behandlung wird wenn möglich ambulant koordiniert.
Einblick
Ein Tag in der therapeutischen Wohngruppe
Struktur gibt Sicherheit. Sicherheit ermöglicht Entwicklung.
07:00
Strukturierter Morgen
Gemeinsames Frühstück, Morgenrunde, Tagesplanung - Rhythmus als therapeutisches Mittel.
08:30
Schule & Bildung
Begleiteter Schulbesuch oder schulische Förderung im Haus - abgestimmt auf den Entwicklungsstand.
14:00
Therapiezeiten
Einzel- oder Gruppentherapie, Skill-Training, kreative Angebote - therapeutische Arbeit im Alltag.
16:00
Freizeit & Gemeinschaft
Sport, Kochen, Aktivitäten, Einzelgespräche - Beziehung entsteht im gemeinsamen Tun.
18:30
Abend & Rückblick
Gemeinsames Abendessen, Tagesrückblick, Bezugspersonengespräch - der Abend als Ankerpunkt.
21:00
Sicherheit in der Nacht
Bereitschaftsdienst im Haus. Kein Jugendlicher ist allein - auch nicht um Mitternacht.
Ablauf
Von der Anfrage zur Perspektive
Platzanfrage
Tag 0-2Das Jugendamt stellt eine Anfrage mit relevanten Unterlagen. Wir prüfen die Passung und melden uns innerhalb von 48 Stunden zurück.
Schnupperwohnen
Woche 1Ein bis drei Tage Kennenlernen der Gruppe, des Teams und des Alltags. Der Jugendliche entscheidet mit - kein Einzug ohne Zustimmung.
Einzug & Eingewöhnung
Woche 1-4Strukturierter Einzug mit individuellem Eingewöhnungsplan. Bezugsperson ab dem ersten Tag. Fokus auf Ankommen und Sicherheit.
Diagnostik & Hilfeplanung
Monat 1-2Therapeutische Diagnostik, Erstellung eines individuellen Behandlungsplans und gemeinsame Zielformulierung im Hilfeplan mit Jugendamt und Familie.
Therapeutische Arbeit
LaufendIntensive Begleitungsphase: Therapie, Schulbegleitung, Familienarbeit, Krisenmanagement - und messbare Fortschritte.
Perspektive & Übergang
Ab Monat 12Vorbereitung auf Rückführung, Verselbständigung oder ambulante Nachbetreuung. Wir begleiten den Übergang aktiv - kein abruptes Ende.
Für Jugendämter & Fachkräfte
Ihr verlässlicher Partner in der Hilfeplanung
Therapeutisches Wohnen erfordert enge Kooperation. Wir sind transparent, gut erreichbar und liefern Ihnen die Dokumentation, die Sie brauchen.
Platzanfrage stellenDirekte Erreichbarkeit der Gruppenleitung - täglich
Aufnahmebericht innerhalb von 72h
Monatliche Entwicklungsberichte mit Therapiefortschritten
Fester Ansprechpartner für die gesamte Hilfedauer
Therapeutische Einschätzungen zur Hilfeplanvorbereitung
Aktive Teilnahme an Hilfeplangesprächen und Familienmeetings
Klares Krisenprotokoll mit direkter Rückmeldung
Vollständige Dokumentation nach §34 SGB VIII und DSGVO
Häufige Fragen